Anne Kristin Wagner
Temporäre Oper in Stuttgart Information Schließen

Modul:
Diplom

Betreuer:
Prof. Marco Zünd

Lehrgebiet:
Gebäudelehre und Entwerfen

„Das von Max Littmann 1909-1912 erbaute Stuttgarter Staatstheater soll modernisiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die geplanten Umbaumaßnahmen 8-10 Jahre dauern. Um während dieser Zeit den Opernbetrieb fortführen zu können, soll im angrenzenden Schlossgarten eine temporäre Ersatzspielstätte errichtet werden. Der Obere Schlossgarten befindet sich im Zentrum der Stadt und ist umgeben von einer Vielzahl historischer, monumentaler Bauten. Um die Ersatzspielstätte von diesen Gebäuden bewusst abzugrenzen und so den temporären Charakter des Gebäudes zu betonen, eignet sich eine Gestaltung, die sich an einem Leitmotiv aus der Kunst orientiert. Dieses Leitmotiv ist das Schi . Es verkörpert das Temporäre bzw. Vergänglichkeit, weswegen es auch als Kulissenobjekt eingesetzt wird, beispielsweise im Film „Fitzcarraldo“ von Werner Herzog. In diesem Film versucht der Abenteurer Brian Sweeny Fitzgerald seinen Traum, eine Oper im Dschungel aufzubauen, zu realisieren. Diesen Traum verwirklicht er schließlich, in dem er ein Schi einmalig zur Opernbühne umfunktioniert. Eine Gestaltung, die sich an diesem Leitmotiv orientiert, ermöglicht es das Temporäre des Gebäudes hervorzuheben und gleichzeitig die gegensätzlichen Charakteristika der Ersatzspielstätte und der sie umgebenden Gebäude zu betonen. Diese Abgrenzung von der umgebenden Bebauung wird durch die zentrale Position im Schlossgarten und die schräg zulaufenden Fassaden des Gebäudes verstärkt. Die neu geplante Interimsoper steht als eigenständiger Baukörper inmitten des Schlossgartens. Das Erscheinungsbild des Gebäudes orientiert sich ebenfalls an dem Leitbild des Schi es. Grundrissform, Strukturierung der Fassade, sowie Erschließung machen den Grundgedanken des fünfgeschossigen Gebäudes erkennbar. Der Bau wird von öffentlich zugänglichen Laubengängen umhüllt, deren Tiefe mit zunehmender Gebäudehöhe abnimmt. Dadurch können auch Besucher des Schlossgartens das Gebäude und seine Beziehung zur Umgebung erfahren. Der Zugang zum Gebäude erfolgt über Rampen. Der Haupteingang der Interimsspielstätte liegt im ersten Obergeschoss und orientiert sich zum Schloss hin. Die Rampe zu diesem überspannt dabei einen neu angelegten, ovalen See, der im Sinne Littmanns als Negativvolumen ein Gegengewicht zum Opernhaus darstellt. Unterhalb des Haupteingangs entsteht im Erdgeschoss ein Restaurant. Dieses kann unabhängig vom Opernspielbetrieb genutzt werden und bietet durch die Nähe zum See mit Blick auf das Schloss eine attraktive Lage. Das darüber liegende Opernfoyer und der Opernsaal werden in gleicher Weise wie die Laubengänge gestaltet. Auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes erstrecken sich über alle Etagen die Bühne mit angrenzenden Mitarbeiterräumen. Um das Ziel des Temporären am Gebäude mit dem Ziel der Nachhaltigkeit zu vereinen, ist die Konstruktion als eine Holzskelettbauweise mit sichtbarem Tragwerk ausgeführt. “ .
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